So, endlich habe ich mal wieder Zeit dem fernen Deutschland ein paar Zeilen zu schreiben. Mein Leben hier hat sich seit dem letzten mal ganz gut entwickelt. Ich habe seit gut einer Woche einen Job und habe mich deshalb fürs Erste hier in Tauranga niedergelassen. Meine Arbeit ist allerdings nicht wie geplant auf den Kiwiplantagen, sondern in einer Holzfabrik. Das hat vor allem den Grund, dass die Kiwisaison dieses Jahr wohl extrem schlecht ist, weil die Kiwis sich wohl irgendeine Krankheit geholt haben. Ziemlicher Mist. Außerdem hat es sich einfach total angeboten. Eine Frau aus meinem Hostel hat nämlich ursprünglich dort gearbeitet und als sie weiter gereist ist, konnte ich den Job einfach übernehmen. Meine Aufgabe dabei ist nichts besonderes(im Prinzip stapel ich Bauklötzchen), aber es bringt Geld und das ist ja die Hauptsache. Insgesamt läufts also wirklich gut. Ich habe einen Job, nette Kollegen, eine günstige und gute Unterkunft und nette andere Backpacker um mich rum. Zusätzlich haben wir eine StudentenWG als Nachbarn die jeden Samstag Party machen und uns immer einladen. Neuseeländer sind echt super unkompliziert.
Neben meiner Tätigkeit in der Holzfabrik arbeite ich am Wochende auch freiwillig am Strand beim Beachcleaning. Ich hatte ursprünglich überlegt da einen bezahlten Job anzunehmen, aber erstens gab es keine mehr und außerdem is das wohl ne sehr unsichere Arbeit, weil du nie weißt ob man dich am nächsten Tag noch braucht. Deshalb hab ich dann bei der Hotline für die Freiwillligen angerufen, mich da registriert und jetzt krieg ich jeden Tag SMS mit Angaben wo gereinigt wird. Dort bekommt man dann eine komplette Schutzausrüstung(siehe Fotos) und kniet dann 4 Stunden im Sand und siebt winzige Ölbrocken herraus. Ich dachte immer das Öl liegt als dicke Schicht auf dem Sand. Aber in Wahrheit sind es winzige Klumpen die man im Sand kaum findet, weil der Sand ja auch an dem Zeug haftet. Man kann sich das so vorstellen, wie wenn man Teigstücke in Mehl wirft und dann Wasser drüber kippt. So ungefähr kann man sich das vorstellen. Zum Einsatzort muss man zwar selber kommen, aber dort gibt es hinterher so viel zu essen, dass man das Fahrtgeld locker wieder raus hat.^^ Und selbst wenn nicht, die Leute sind so dankbar fürs Helfen. Ich konnte auch schon ein paar aus dem Hostel ermuntern mitzukommen. Da sieht man echt mal wieder überdeutlich: Der Wille ist bei den meisten da, aber an der Initiative mangelt es. Das ist echt schade.
Ansonsten wäre wohl noch zu erwähnen, dass ich jetzt unter Kontakt(oben) immer meine aktuelle Adresse und alle anderen Kontaktdaten poste. Wer mir schreiben will, sollte allerdings wissen, dass eine Karte bis zu 3 Wochen dauern kann. Ein Päckchen geht schneller, aber vergewissert euch trotzdem, dass ich noch so lange an dem entsprechenden Ort bleibe. Am besten ihr sagt Bescheid(außer es soll ne Überraschung werden^^), dann kann ich auch darauf achten, ob es angekommen ist. In dem Zusammenhang ist mir auch aufgefallen, dass meine Karten ja genauso lange brauchen. Wenn ihr also mal ne Karte kriegt, wo die Hälfte schon nicht mehr aktuell ist oder schon im Blog steht, verzeiht mir.Ich versuche die Karten auf jeden Fall so zu halten, dass sie möglichst zeitlos sind.

Meine aktuelle Adresse wird jedenfalls noch mindestens 3 Wochen gültig sein. Meine neuste Idee ist über Weihnachten in eine Wwoofing Familie zu gehen, um ein richtiges Neuseeländisches Fest mitzuerleben. Dann würde ich warscheinlich noch bis Mitte Dezember in Tauranga bleiben und mir dann so ne Farm suchen. Das heißt ich verbringe wohl auch meinen Geburtstag hier. Das wird glaube ich ziemlich komisch. Die Leute sind zwar echt nett und auch immer für ne gute Feier zu haben, aber ich werde euch deutsche Kaoten vermissen.

Liebe Grüße
STefan