Und jetzt das große Finale. Eigentlich könnte man über Fiji einen eigenen Blog aufmachen, aber dazu hab ich irgendwie keine Lust mehr, deshalb wird es nur ein langer Artikel. Zum Abschluss meiner Reise wollte ich noch was ganz besonderes machen. Sozusagen einen Urlaub vom Urlaub und so habe ich mich für 10 Tage Fiji entschieden. Zwei Wochen vor meinem Rückflug nach Deutschland ging es von Christchurch aus los. In Neuseeland war gerade tiefster Winter, aber als ich in Fiji aus dem Flugzeug stieg schlug mir erst mal eine Hitzewelle entgegen. Und das obwohl technisch gesehen in Fiji auch Winter herrschte. Die Reiseagentur hatte alles gut organisiert und brachte mich zu einer Art Hotel. Was von der Straße aus nicht viel her machte, entpuppte sich nach hinten raus als ein Club mit Restaurant und tollem Strand. Beim Abendessen traf ich schon die ersten Deutschen, die mir einige tolle Tipps geben konnten, was man unbedingt sehen muss. Später besuchten wir noch eine Art Bar gegenüber und ich konnte zum ersten mal das Nationalgetränk „Kava“ verkosten. Man kann schlecht erklären, wie das Zeug schmeckt. Es ist eine Art Tee der aus Wurzeln hergestellt wird und eigentlich nach Erde schmeckt. Das besondere ist, dass das Zeug die Zunge betäubt und einen etwas high macht. Zumindest kann man danach gut schlafen. Die Fijis trinken es übrigens jeden Tag literweise. Das erklärt einiges. :-)
Am nächsten Tag wurde ich mit einigen anderen Zur Fähre gebracht und dann gings los. Ach so, vielleicht sollte man noch erwähnen was ich für ein Programm gebucht hatte. Es gibt nahe der Hauptinsel eine Ansammlung von Inseln, die zu den beliebtesten Touristenzielen gehören. Die meisten dieser Inseln verfügen über Resorts, die Unterkunft und Verpflegung bieten und täglich von einer Fähre angefahren werden. Mein Programm enthielt 4 Inseln mit je 2 Übernachtungen.
Die erste Insel war eigentlich mehr eine Sandbank als eine Insel. „South See Island“ maß etwa 100 Meter im Durchmesser und man konnte sie in 5 Minuten umrunden. Diese zwei ersten Tage waren die absolute Chillerzeit. Man konnte Schnorcheln und in der Hängematte abhängen. Das wars. Drei mal am Tag gabs Essen und ansonsten hatte man echt keine Verpflichtungen. Total relaxt. Also sollte einer von euch mal Burnout haben, muss er unbedingt dahin fahren. Auf der Insel wird er innerhalb einer Woche geheilt. Die Möglichkeiten zum Schnorcheln waren allerdings begrenzt und man hatte den Eindruck, dass die Betreiber nicht sonderlich sorgsam mit ihren Korallen umgehen. In einer Nacht hat es so gestürmt, dass wir mit unseren Rucksäcken die Tür verrammeln mussten. Die Betreiber meinten das wäre noch gar nichts, so alle halbe Jahre würde ein Orkan die Dächer abdecken!
Die zweite Insel war wesentlich weniger auf Touristen ausgerichtet und man merkte sofort, dass sie komplett von Einheimischen geleitet wurde. Alles war wesentlich unorganisierter und lief nach „Fiji Time“ ab. Das bedeutet, dass Uhrzeiten mehr einen Empfehlungscharakter haben. Einmal hatten wir eine Tour zu einem Dorf gebucht und mussten, nachdem wir zwei Stunden gewartet hatten, einsehen, dass wohl keiner mehr auftaucht. War uns dann auch irgendwie egal immerhin hatten wir noch nichts bezahlt. Allerdings wundert es mich bei der Geschäftstüchtigkeit nicht, dass die nicht von der Stelle kommen. Trotzdem war Kuata sehr schön und einige der Fotos, die ich vom Gipfel eines Bergs geschossen habe, sind mal wieder atemberaubend. Am Abreisetag machten wir in aller Frühe noch einen Ausflug zu einem Riff, wo wir unter anderem mit einer „Speergun“ Fische jagen konnten. Ich hatte bevor es los ging extra nochmal betont, dass ich rechtzeitig zur Fähre wieder da sein muss. Jaa, alles kein Problem… Äh ja genau, als wir zurück kamen, fuhr die Fähre gerade weiter. Da war ich schon ziemlich geladen, aber es hatte keinen Zweck sich aufzuregen und es war eh ein verregneter Tag. Also blieb ich noch einen weiteren Tag auf der Insel und genoss halt die Gesellschaft der Leute, die ich schon kennen gelernt hatte.
Am Tag darauf klappte die Weiterfahrt und so landete ich auf meiner dritten Insel. Der Name der Insel „Barefoot Island“ ist echt ironisch, denn gleich am ersten Tag dort habe ich mir meine Flipflops zerlegt. ;-)
Wegen der Verzögerung hatte ich natürlich nur eine Nacht auf dieser Insel, aber es war trotzdem toll. Der Strand war mit Abstand der schönste von allen und Abends gab es eine fantastische Feuershow und ein Dinner nach Ureinwohnerart. Die Unterbringung war auch sehr originell in kleine Hütchen. Da hatte man gleich dieses richtige Südseefeeling.
Und zu guter Letzt „Nabua Lodge“. Hier hat man wieder richtig gemerkt, dass der Leiter ein Australier war. Alles sehr professionell, mit Abstand das beste Essen und eine Vielzahl an möglichen Aktivitäten. Es gab eine Unterwasserhöhle in der Nähe mit einigen Tieren die ausschließlich dort leben. Um hineinzukommen musste man durch ein Loch 2 Meter unter der Oberfläche tauchen. Hört sich aber schlimmer an, als es ist. Am Strand direkt davor war schon ein Basar aufgebaut, wo man die verschiedensten, überteuerten Muscheln und Schmuckstücke kaufen konnte. Ich glaube mit sowas verdienen die das meiste Geld. Na ja, es sei ihnen gegönnt. Die zweite tolle Aktion war das sogenannte „Reef Jumping“. Ich weiß was ihr denkt. Habs auch erst falsch verstanden. Natürlich springt man dabei nicht von einem Riff. Das wäre auch irgendwie widersinnig, denn ein Riff liegt unter Wasser. Nein, das Reef Jumping war ein Bootsausflug zu gleich 3 verschiedenen Spots, wo wir stundenlang schnorcheln waren und unglaubliche Fische und Pflanzen sehen durften. Das war ein wunderbarer Abschluss eines tollen Urlaubs. Ach ja, und wir haben noch eine Kajaktour gemacht zu einen nahe gelegenen Strand und dort den Tag verbracht. Nachdem wir wieder zurück im Resort waren, fiel mir auf, dass ich meine Brille hatte liegen lassen. Es war bereits kurz vor Sonnenuntergang und so bin ich wie ein Bekloppter 5 km zurück gerannt um noch bei Licht suchen zu können. Es ist unglaublich wie viel kürzer einem der Weg vorkommt, wenn man ein Kajak hat. Hab die Brille dann auch wieder gefunden. Zum Glück! Ohne wäre ich aufgeschmissen gewesen.
Tja, im Großen und Ganzen wars das. Klar gäbe es noch massenhaft Kleinigkeiten zu erzählen. Von den tollen Leuten, die ich unterwegs getroffen habe, dass wir jeden Tag stundenlang am Strand gelegen haben oder von den Kartenspielen jeden Abend. Ich könnte noch ewig Schreiben und könnte doch nicht mehr als einen Eindruck dessen vermitteln, was ich auf dieser Reise erlebt und gesehen habe. Lieber überlasse ich hier meinen Fotos das Schlusswort. Ich danke euch allen für das Interesse und hoffe meine Beiträge waren immer informativ und unterhaltsam. So eine Reise ist doch gleich nochmal so gut, wenn man weiß, dass andere daran teilhaben!
Machts gut Leute!
Euer STefan































