Endlich ist es soweit! Ich habe endlich Gelegenheit die vergangenen 8 Wochen zusammenzufassen. Nachdem ich zuletzt alleine 3 Wochen gebracht hatte, um nur die 3 Tage in den Northlands zu berichten, habe ich es aufgegeben den Rest noch waehrend der Reise in angriff zu nehmen. Dafuer kommt jetzt eben alles auf einmal und das ist nicht wenig.

Doch bevor ich in die Vergangeheit schweife ein kurzes Update aus der Gegenwart. Kai und ich haben unseren Van letzten Dienstag in Christchurch abgegeben und die restlichen Tage bei Freunden seiner Eltern verbracht. Das war ein sehr entspannter Ausklang einer tollen Reise. Genaueres spaeter. Heute morgen sind wir dann zum Flughafen gefahren, haben uns verabschiedet und Kai hat seine Weltreise mit dem Ziel Austalien fortgesetzt, waehrend mit dem naechsten Bus in das nahe gelegene Ashburten weiter fuhr. Warum Ashburten? Nun, ein paar andere Backpacker, die ich auf der Reise getroffen habe, erzaehlten von ihrer tollen und produktiven Zeit dort und gaben mir die Nummer ihres ehemaligen Arbeitgebers. Nach einem kurzen Telefonat hatte ich eine Zusage und damit war das Thema Job auch wieder vom Tisch. Ich hatte allerdings eins etwas falsch eingeschaetzt. Weil wir uns bereits in der Off-Saison befinden und es langsam richtig kalt wird, war ich der Meinung es duerfte kein Problem sein, hier eine Unterkunft zu finden. Was ich allerdings nicht bedacht hatte, war, dass Ashburten keine Touristenstadt ist, sondern landwirtschaftlich gepraegt und momentan noch sehr geschaeftig. Ihr ahnt worauf das jetzt hinaus laeuft? Alles voll!!
Praktisch jedes Hostel in dieser zugegebenermassen recht kleinen Stadt ist komplett ausgebucht und zwar auf die naechsten Wochen. Das war natuerlich echt prima. Ein Job, aber keine Unterkunft, solche Probleme muss man erst mal haben. Ich bin also duch die Stadt geirrt, in der Hoffnung doch noch irgendwo was zu finden, aber natuerlich gabs nichts. Meine letzte Idee war es in einem Hostel, in dem ich bereits angerufen hatte, nachzufragen, ob vielleicht in den naechsten Tagen was frei wird. Und da durfte ich einmal mehr die ungleubliche Hilfsbereitschaft der Neuseelaender erleben. Der Mann hat nicht nur im komplettenm Hostel nachgefragt, ob jemand vor hat, in den naechsten Tagen abzureisen, sondern auch noch bei allen ihm bekannten Hostels der Stadt angerufen und so tatsaechlich noch ein Zimmer fuer mich in einem Hostel etwas auserhalb finden koennen. Als waere das nicht genug, hat er mich auch noch hingefahren und mir versprochen sofort anzurufen, sollte bei ihm etwas frei werden. Einfach stark. Nachdem ich mich dort ein wenig eingerichtet habe, sitze ich jetzt in der Bibliotek der Stadt und habe endlich mal wieder einen Computer zur Verfuegung, um an dem Meisterwerk weiter zu arbeiten, den ich meinen Re

iseblog nenne. ;-)

So und jetzt zum eigentlichen Thema. Ich glaube ich war an der Stelle stehen geblieben, als wir im Begriff waren die Northlands zu verlassen und nach Auckland reinzufahren. Das haben wir auch gemacht, aber auser mit einem kurzen Besuch bei meiner Organisation haben wir uns da nicht  lange aufgehalten. Als naechtes ging es dann ostwaerts nach Coromandel. Nach einer scheinbar endlosen Fahrt, die wir aber bereits gewohnt waren, kamen wir bereits bei Dunkelheit in Pauanui an, wo ich den Sommer in der Baeckerei verbracht habe. Wir hatten bereits vorher per SMS angedeutet, dass wir vielleicht mal vorbei schauen. Natuerlich gab es keine Einwaende und man hat uns sogar angeboten auf dem Grundstueck der Familie zu schlafen. Ach ja, und das obwohl die erst zwei Tage zuvor umgezogen waren. Also ich weis nicht wie es euch geht, aber ich weiss nicht, ob ich mein neues Haus dann gleich mit ungepflegten Gaesten teilen wollte. Wie nebenbei wurden wir auch noch zum Abendessen eingeladen und durften da ein und aus gehen wie wir wollten. Duschen und waschen war auch kein Problem. Insgesamt blieben wir 3 Tage in Pauanui und haben von dort einiges unternommen. Direkt am naechsten Tag erzaehlte uns James (mein Boss) von einer Autoshow in Whangamata mit amerikanischen Wagen der 70er und 80er. Das wollten wir uns natuerlich nicht entgehen lassen und so fuhren wir am Abend dorthin. Ich denke, zu der Padarde gibt es nicht sehr viel zu sagen. Die Bilder sprechen wohl fuer sich selbst. War auf jeden Fall so faszinierend, dass wir stundenlang an der Strasse gestanden haben. Auf der Fahrt zurueck gab es ploetzlich einen Schlag und das Auto fuhr ueber irgendwas drueber. Wir Deutschen waren natuerlich etwas erschrocken, aber James meinte nur entnervt „Opossum“. Scheint hier voellig normal zu sein. Man sieht auch ueberall flache Tiere rumliegen. Meistens Opossums. Wir haetten auch mal fast einen ueberfahren. Die sind aber halt auch sowas von daemlich. Die laufen tatsaechlich direkt auf die Autoscheinwerfer zu, wenn man heran rauscht. Vielleicht ist es gut so, die sind hier ohnehin ein Plage, weil sie die Eier von den Kiwis fressen. Es gibt sogar eine ganze Textilindustrie,

die nur Fell dieser Tiere verarbeitet.

Fuer den Sonntag hatten wir uns noch was Spezielles ausgedacht. Ich wollte Kai unbedingt die Fletcher Bay ganz im Norden von Coromandel zeigen, zu der ich schonmal hingewandert war. Da wir auf dem Weg dorthin an Cathedral Cove vorbei kommen wuerden, hatten wir noch kurzerhand beschlossen dort zu fruehstuecken.
Am naechsten Morgen ging es also in aller Fruehe los und puenktlich zum Sonnenaufgang waren wir am Ziel. Ich will allerdings auch nicht unerwaehnt lassen, dass man vom Parkplatz etwa eine Stunde laufen muss und wir das Essen und einen Tisch mitschleppen mussten. :-)
Gelohnt hat es sich auf jeden Fall. Ich habe praktisch das ganze Fruestueck ueber Fotos gemacht und die sind wirklich unglaublich cool  geworden. Nachdem wir den Sonnenaufgang voll ausgekostet hatten, ging es mit Volldampf weiter zur Stony Bay, von wo aus wir aufbrechen wollten. Ich hatte allerdings voellig verschaetzt, wie weit der Weg tatsaechlich war. Und auch die Beschaffenheit der Strasse hatte ich wohl ein wenig verklaert. Nachdem wir die letzte Stadt hinter uns gelassen hatten, wobei Stadt hierbei fuer eine warscheinlich zufaellige Ansammlung von drei Haeusern steht, ging es etwa eine Stunde ueber eine Schotterstrasse, die man sich in etwa vorstellen kann, wie ein trockenes Flussbett, nur dass man in einem Flussbett nicht an den Seiten in einen Abgrund stuerzen kann.
Nach einer scheinbar endlosen Fahrt, die Kai wirklich hervorragend gemeistert hat, kamen wir am Startpunkt unserer Wanderung an. Die folgenden 6 Stunden verbrachten, wir mit fotografieren, interessanten Gespraechen ueber unsere Schulzeit (so in den Stil: „Damals als wir noch jung waren“) und zwei Picknicken, von denen eins direkt in der Fletcher Bay stattfand, bei einer fantastischen Sicht aufs Meer und Schafen ueberall um uns herum.  Auf dem Rueckweg kamen wir leider in ziemlich heftigen Regen, der zum Glueck nicht lange anhielt. Die Rueckfahrt zog sich natuerlich noch laenger als die Hinfahrt und so war es schon dunkel als wir endlich wieder in Pauanui ankamen. Ein wirklich aktiver Tag.
Man kann sich vorstellen, dass an dem Tag nicht mehr viel passiert ist. Schliesslich mussten wir auch noch etwas schlafen, denn am naechsten Tag ging es schon weiter nach Tauranga. Aber davon beim naechsten mal mehr.