Und es geht weiter. Nach dem Abschied in Coromandel ging es nach Rotorua. Unterwegs gabs noch einen kurzen Stop in Tauranga, um ich Kai mal zu zeigen, wo ich die andere Haelfte meiner bisherigen Zeit verbracht habe. Aber da es in Tauranga wirklich nichts von touristischem Interesse gibt, haben wir uns da nicht lange aufgehalten. Fuer Rotorua hatten wir einen Tag eingeplant, also ging es gleich nach unserer Ankunft in das dortige Infocenter. Eigentlich hatten wir geplant einen anderen Termalpark zu besuchen, als den in dem ich schon war, aber aus dem Wust an Broschueren, den man da angeboten bekommt, konnten wir heraus filtern, dass „Wai-o-Tapo“ wirklich mit Abstand am meisten zu bieten hat. Das ganze gab es besonders guenstig in Kombination mit einem Bad in heissen Quellen, wodurch wir gezwungen waren das auch noch zu buchen. ;-)
Ueber Wai-o-Tapo habe ich ja schon frueher ausfuerlich geschieben, das wuerde sowiso keiner nochmal lesen. Also ueberspring ich das hier mal. War aber auch beim zweiten mal eine coole Erfahrung. Die Termalbad im Anschluss war wie geschaffen, um den Schwefelgeruch wieder loszuwerden. Kleine Anmerkung: Um diesen Zustand dann auch aufrecht zu erhalten, muss man Rotorua danach sofort verlassen, denn da riecht es ueberall so. Eine komplette Stadt, die nach faulen Eiern riecht. Wer da wohnt, muss ohne Geruchsnerven geboren worden sein. Wo war ich? Auch ja, das Bad. Dieses sogenannte Schwimmbad bestand aus 7 kleinen und einem groesserem Becken, in denen die Wassertemperatur zwischen 37 und 42 Grad schwankte. Nicht gerade zum Bahnen schwimmen gedacht, aber doch sehr entspannend. Das Tagesticket haben wir voll ausgekostet und die meiste Zeit einfach nur schwitzend im Becken rumgehangen. Ich weiss war nicht anders zu erwarten. :-)
Ausklingen liessen wir den Tag mit einer entspannten Fahrt Richtung Waitomo Caves.
Um sich die Waitomo Caves vorzustellen, ruft man sich am besten eine moeglichst grosse Hoehle in Errinnerung, in der man schonmal war. Und dann stellt man sich vor, es wuerden ueberall Stalaktiten und andere seltsame Gebilde von der Decke haengen, die Waende waeren komplett aus „Limestone“, und wo Wasser in der Naehe ist, waere alles voller Gluehwuermchen. Jetzt habt ihr eine ungefaere Vorstellung, wie es dort aussah. Es gab verschiedene Angebote und Kombinationen der verschieden Hoehlen, aber wir entschieden uns einfach alle drei mitzunehmen. Ach ja, die Caves bestehen aus drei Hoehlen. ^^
Interessanterweise wurde jede einzelne unabhaengig von den anderen entdeckt und sie befinden sich noch heute in verschiedem Privatbesitz. Eingentlich eine Schande, ich finde so ein Welterbe sollte spaetestens mit dem Tod des Eigentuemers in staatlichen Besitz uebergehen. Aber egal. Bisher schlagen die Besitzer noch fleissig Gewinn aus ihren Hoehlen, weshalb sie voraussichtlich nicht so bald zu Gunsten eines Parkplatzes planiert werden. :/ Das nur als Exkurs.
Alle drei Hoehlen zu buchen war auch die absolut richtige Entscheidung, denn man kann sie in keinster Weise vergleichen. Und das obwohl sie praktisch nebeneinander liegen und warscheinlich sogar irgendwie verbunden sind. Die erste Hoehle war woweit ich weiss die am laengsten geoeffnete und das zeigte sich vor allem dadurch, dass man frueher keinen grossen Wert auf den Schutz solch einzigartiger Naturwunder gelegt hat. Im Detail heisst das, da ist kein Stalaktit mehr ganz, zumindest keiner, der sich in Reichweite von Besuchern befindet und die Waende sind an vielen Stellen braun, weil das Fett der Finger von Leuten, die alles andatschen muessen, die Kristallstruktur des Limestone zerstoeren. Dies hat sich gluecklicherweise mittlerweile geaendert. Heute kostet auch nur das Anfassen der Waende eine Strafe von 10.000 Dollar. Das ist es dann doch nicht wert.
Diese erste Hoehle zeichnete sich besonders durch die grossen Gewoelbe mit riesigen Gesteinsformstionen aus. Ausserdem konnten wir hier ein riesiges spinnenartiges Tier bewundern, das ausschliesslich in diesen Hoehlen vorkommt (Foto unten).
Nach diesem schon sehr beeinduckendem Auftakt, ging es direkt in die bekannteste Hoehle, die „Glowworm Caves“. Die meisten Touristen besuchen wohl nur diesen Teil des Systems, was in meinen Augen, aber wirklich nur Sinn macht, wenn man in Eile ist. Die Glowworms sind zwar wirklich die beeindruckendsten, aber soviel mehr kostet der Rest auch nicht. Der erste Halt in den Caves war ein riesiges Gewoehlbe, das eine so gute Arkustik hat, dass darin sogar schonmal Choere aufgenommen wurden. Unsere einheimische Fuehrerin (gerade deutsche Touristen brauchen ja immer einen Fuehrer ;-) ), hat sogar selbst einen kurzen Maorigesang angestimmt und das war in der Hoehle wirklich beeindruckend. Als naechstes konnten wir dann endlich die Glowworms sehen. Bei Gluehwuermchen dachte auch ich erst an die fluoreszierenden Kaefer die wir aus Deitschland kennen. Hier allerdings handelt es sich wirklich um Wuermer. Diese Tiere haengen ueberall dort, wo es Wasser gibt, von der Decke und lassen aehnlich wie Spinnen klebrige Faeden nach unten haengen. Durch ihr Leuchten locken sie andere Viecher an, die sich dann verfangen und nach oben gezogen werden. Abgesehen von der wissenschaftlichen Faszination, sieht das ganze auch unglaublich aus. Es ist als stuende man unter einem Sternenhimmel (Die Faeden sind nicht sehr lang, man muss also keine Angst haben verspeisst zu werden). Die Tour gipfelte in einer Bootsfahrt auf einem unterirdischen Fluss, der komplett von Glowworms umgeben war und letztendlich ins Freie fuehrte. Die dunkle Wasseroberflaeche wirkte wie ein Spiegel, was die Sache wirklich unbeschreiblich macht. Nach dieser tollen Erfahrung gab es eine kurze Pause und schliesslich war die letzte Hoehle dran. Um in diese zu gelangen, war ein riesiger Schacht senkrecht in den Boden gebohrt und mit einer Wendeltreppe ausgestattet worden. Diese Hoehle war auf jeden Fall die tiefste von allen und auch die laengste. Inhaltlich war sie im Prinzip eine Mischung aus den beiden vorherigen. Es gab tolle Formationen und sogar einige Fossilien, weil diese Gesteinsschicht urspruenglich Meeresboden gewesen ist und auch einige Glowworms. Beeindruckend waren auch die die sogenannten „Beaconstrips“, eine risige Mineralablagerung, die wie ein gewelltes Stueck Speck von der Decke haengt.
Nach diesem tollen Tag, den ich als einen der Hoehepunkte meiner Reise verbuche, fuhren wir weiter nach New Plymouth und Mount Egmont…


















