Ein einzeln stehender Berg verhaellt sich voellig anders als die Gebirgsketten, wie man sie aus Europa kennt. Mount Egmond sticht foermlich aus der ansonsten sehr flachen Landschaft bei New Plymouth heraus. Aufgrund der steilen Haenge und der Naehe zum Meer liegt er die meiste Zeit des Jahres in dichten Wolken, die mit einer erstaunlichen Geschindigkeit um den Gipfel rotieren und gar nicht daran denken weiter zu ziehen. Hinzu kommt ein staendiger Wind, der da oben orkanartige Ausmasse annehmen kann. Als wir am Abend nach den Waitomo Caves in New Plymouth ankamen, war von dem Berg selbst praktisch nichts zu sehen. Wenn man nicht weiss, dass es Wolken sind, koennte man auch meinen, er waere komplett mit Schnee bedeckt. Unser erster Stop war mal wieder das Infocenter, um herauszufinden wann und wo man den Mount am besten besteigt. Das erwies sich jedoch als wesentlich schwieriger, als erwartet. Die Frau war sichtlich erschuettert, dass wir ueberhaupt auf den Gedanken kamen, dem Berg einen Besuch abzustatten, da es ja viel zu gefaehrlich sei und bei der Wetterlage absolut unmoeglich. Auch wenn mir die gute Dame etwas panisch vorkam, mussten wir zugeben, dass dichter Nebel und Windgeschwindigkeiten bis zu 70 km/h nicht die optimalen Bedingungen sind, um einen 2500 Meter hohen Gipfel zu erklimmen. Etwas ernuechtert beschlossen wir eine Nacht darueber zu schlafen.
Am naechten Morgen waehrend des Fruehstuecks gab es ploetzlich die grosse Ueberraschung. Die Wolken verzogen sich und innerhalb einer Stunde war der Berg komplett frei. Mit neuer Hoffnung fuhren wir einfach mal hin, um dort direkt nachzufragen. Die Frau an der dortigen Info war wesentlich gechillter als die am Vortag und meinte sinngemaess: Sieht ja ganz gut aus, probierts halt mal und dreht wieder um, wenn es euch umpustet. :-)
Das haben wir dann auch gemacht. Mit leichtem Gepaeck machten wir uns auf den Weg zum Gipfel. Unterwegs haben wir einige tolle Fotos geschossen, von denen ich auch einige in den Anhang paken werde und erreichten unter mittelmaessiger Anstrengung schliesslich eine Huette auf 1500 Meter Hoehe. Waehrend einer kurzen Rast mussten wir leider feststellen, dass die Wolken zurueck kamen und dabei waren uns den Rueckweg abzuschneiden. Nach einigem Hin-und Herueberlegen entschieden wir umzukehren. Schwer zu sagen, ob das Wetter wirklich zu einem Problem geworden waere, aber das Risiko war es dann doch nicht wert.
Tja, das wars eigentlich schon. Nur Minuten nach dem Abstieg, sassen wir schon wieder im Auto nach Whanganui.
Nach Whanganui fuehrte uns ausnahmsweise mal keine tolle Sehenswuerdigkeit, sondern die schlichte Tatsache, dass Kai dort Freunde hat. Das heisst eigentlich waren es nicht seine Freunde, sondern die seiner Eltern. Dazu gibts ne ganz witzige Geschichte, aber ich hab keine Lust sie jetzt hier zu erzaehlen. ;-)
Mittlerweile sind es natuerlich auch seine Freunde und ich darf sagen, auch ich habe einen guten Draht zu dieser Familie aufgebaut. Sind auch wirklich sehr nette Leute. Obwohl wir uns noch nie begegnet sind, haben sie uns aufgenommen wie Familienmitglieder. Wir hatten eigentlich vor ein paar Tage bei denen in der Einfahrt zu stehen und im Van zu schlafen, aber das kam natuerlich nicht in Frage. Kaum waren wir im Haus, wurden uns zwei Schlafzimer zugewiesen und ein bombiges Dinner aufgetischt. Da war ich ja schon einigermassen platt. Aber es wurde noch besser. Am naechsten Tag wurden wir mal eben zum Jetskifahren auf dem traumhaften Whanganui River eingeladen. Erst gabs eine kleine Demonstration und nach kurzer Zeit bin auch ich durch die Wellen gepfluegt. Diese Fahrzeuge sind der absolute Hammer, was sicher jeder, der schonmal das Vergnuegen hatte, besteatigen kann. Sollte ich mal irgendwo am Wasser wohnen, kaufe ich mir mit Sicherheit auch so ein Teil. Da ich nunmal ich bin, hab ich das Teil natuerlich auch noch versenkt. Das heisst, versenken kann man die eigentlich nicht, aber kentern ist moeglich, wenn man sich Muehe gibt. Obwohl vorher hiess es auch, Kentern sei unmoeglich. Warscheinlich haette ich das Versenken auch noch hinbekommen, wenn ich nur mehr Zeit gehabt haette. :-)
Ganz nebenbei bekamen wir auch noch eine Stadtfuehrung und einen Ausflug zum Strand. Jetzt wo ich so darueber nachdenke, wir waren ganz schoen aktiv an diesem Wochenende.
Am Ostersonntag konnten wir uns schliesslich noch ein bischen revangieren. Um die Familie zu entlasten haben wir ein tolles, typisch deutsches Essen gezaubert. Hackbraten und
Apfelstrudel! Super lecker und unsere Gastgeber sahen das genauso. Ich glaube, besser haetten wir Ostern gar nicht feiern koennen. Eier gabs auch noch. :-)
Tja, und am Montag mussten wir auch schon weiter. Wir waeren natuerlich gerne noch laenger geblieben, aber das erlaubte unser Zeitplan nicht. Der Schicksalsberg rief bereits!
















