Hallo Leute,
Ich bins mal wieder. Diesmal allerdings aus Deutschland. Letzten Sonntag bin ich wieder in der alten Heimat gelandet und musste feststellen, dass unser Haus in der Zwischenzeit von einer Meute aus Freunden und Verwandten besetzt worden war ;-)
Eine echt gelungene Überraschung. Danke nochmal an alle, die dabei waren! Auch der Fresskorb mit deutschen Spezialitäten war alles andere als fehlinvestiert. Einiges davon hat den nächsten Tag nicht überstanden :-)
Mittlerweile habe ich mich wieder gut aklimatisiert und bin gerade dabei meine Unibewerbung vorzubereiten. Unglaublich was man da alles mitschicken muss. Insgesammt hällt sich der Stress, aber noch in Grenzen. Deshalb dachte ich, ich nutze die Gelegenheit und schreibe meinen Blog fertig. Viel Spass dabei!
Nach der tollen Zeit im Nationalpark mussten wir erstmal einen kleinen Abstecher nach Christchurch machen, ich hatte nämlich unterwegs Kais Kamera zerdeppert und das durfte natürlich nicht so bleiben. Ich glaube allerdings wir waren beide nicht sonderlich überrascht, ich wäre es eher gewesen, wenn ich die ganze Zeit über nichts kaputt gemacht hätte. Glücklicherweise gab es ein Olympus Reperaturcenter in Christchurch. 4 Tage später waren wir auch schon wieder auf der Straße und in der zwischen Zeit haben wir uns intensiv die Stadt angeschaut. Oder besser gesagt die Ruine, denn Christchurch ist durch die beiden schweren Erdbeben mehr oder weniger sichtbar zerstört. Abgeshen von abgebrochenen Hängen und bereits eingestürzten Häusern, haben beinahe alle Bauten Schäden am Fundament. Auf mittlere Sicht wird wohl die komplette Stadt saniert werden müssen. Eigentlich unbezahlbar, auch wenn die meisten erdbebenversichert waren.
Anschliesßend fuhren wir wieder ein ganzes Stück zurück an die Westküste, weil wir von einem kleinem Ort gehört hatten, in dem man sein eigenes Messer schmieden kann. Der Kurs dauerte den ganzen Tag und war wirklich jeden Cent wert. Am Ende hatte jeder ein völlig individuelles Messer, an dem er bis auf kleine Korrekturen alles selbst verarbeitet hat. Die Messer haben uns auf dem Rest der Reise auch noch hervorragende Dienste geleistet, sei es als Brotmesser oder als Machete, um sich durch Gestrüpp zu schlagen. Zudem trafen wir bei der Gelegenheit noch zwei andere Backpacker, mit denen wir ziemlich parallel gereist sind, wodurch wir uns immer mal wieder getroffen haben.
Die nächste Etappe war zwar weniger erfolgreich, aber nicht minder interessant. Es gibt in Neuseeland einige Regionen, in denen früher sehr ergiebige Goldvorkommen abgebaut wurden. Deshalb verwundert es nicht, dass Goldwaschen auch heute noch zu den beliebtesten Touristenattraktionen gehört. Zwei Tage lang versuchten wir ebenfalls unser Glück, mussten aber letztlich feststellen, dass das beste, was wir gefunden hatten, ein glänzender Splitter war, bei dem es sich möglicherweise um Gold handelte. Trotzdem ein äußerst lustiger Zeitvertreib.
Die ersten und einzigen Regentage auf unserer Reise hatten wir an den Gletschern etwas weiter südlich. Wir versuchten das beste daraus zu machen, aber der ohnehin weit entferne Gletscher war im Regen kaum zu erkennen. Na ja, man kann nicht jeden Tag Glück haben.
Der nächste Tag war voll. Erst ging es nach Wanaka, einen Ort mit fantastischen Seen vor dem Hintergrund der Southern Alps. Hinzu kam dass zu dieser Zeit die Bäume bereits anfingen sich zu verfärben. Ich glaube einige meiner besten Fotos entstanden an diesem Tag. Ach ja und das war ja noch nicht alles. Das nächste Ziel war ein Stück vor Queeenstown, nämlich der Erfindungsort des Bungeesprungs. Auch heute noch stürzen sich dort im Minutentakt Menschen von der Brücke. Besonders angenehm ist es wenn man nur Zuschauer ist :D
Auf der Suche nach einem Schlafplatz stießen wir auf den River Anduin aus Herr der Ringe. Nachdem wir die Umgebung ausgiebig fotografiert hatten, beschlossen wir kurzerhand dort auch zu pennen.
Der Tag in Queenstown war zwar auch noch etwas verregnet, aber wir hatten mal wieder Glück und konnten in einer Sonnenpause auf einen der Berge steigen und bombastische Fotos von Queenstown und der Umgebung schießen. Während des Abstiegs konnte man Leute beobachten, die mit einer Art Seilbahn ins Tal jagten. Diese Stadt ist wirklich verrückt. Das einzige was wir dummerweise vergessen haben, war es dort die besten Burger Neuseelands zu essen. Das ist eigentlich das einzige was ich noch gerne gemacht hätte. Ansonsten gibt es auch hier nicht viel zu berichten, ich denke die Fotos sprechen für sich.
Und jetzt kommt endlich der Milford Sound. Dazu stellt sich sicher erstmal die Frage, wer oder was ist denn ein Sound? In den Fiordlands auf der Südinsel gibt es zahlreiche Buchten, die von vulkanisch entstandenen Bergketten umgeben sind. Die Hänge sind oft dicht bewachsen weisen eine menge Wasserfälle auf. Äh ja, und das nennt man einen Sound. Fragt nicht warum, vielleicht weil es ein leichtes Echo gibt. Von den vielen Sounds ist nur der Milford Sound wirklich erschlossen und erreichbar. Die Fahrt von Queenstown dauert fast einen ganzen Tag und ist gesäumt von unglaublichen, landschaftlichen Eindrücken. Kurz vor dem Ziel führt der Weg durch einen Tunnel, der so in Deutschland niemals gebaut werden dürfte. Schon unser Reiseführer hatte angekündigt, dass man vor dem Eingang oft von Keas, einer Papageien Art, belagert wird. Direkt vor dem Tunnel auf einem Schneehaufen saßen tatsächlich einige Vögel, die offensichtlich hofften etwas Futter abgreifen zu können. Natürlich hatten die null Angst vor Menschen, einer hat sich sogar auf den Seitenspiegel gesetzt. Verrückte Viecher! Leider stehen sie unter Naturschutz und es ist streng verboten sie zu füttern. Am nächsten Tag konnten wir zum ersten mal den Sound bei Tageslicht sehen. Es gibt keine Stadt, nur ein Besuchercenter und einen Campingplatz. Um den Sound richtig zu erkunden muss man entweder eine Bootstour buchen oder eine mehrtägige Wanderung machen. Leider war es dafür bereits zu kalt, also blieb nur das Boot. Die Fahrt dauerte mehrere Stunden und führte einmal bis zum Meer und zurück. Eine bombastische Szene löste die andere ab und es war echt ein Glück, dass ich nochmal gerannt war um meine Akkus zu holen, sonst müsstet ihr jetzt auf diese Fotos verzichten. :D
Der nächste Abschnitt der Reise führte die südliche Küste entlang und bescherte uns tolle Strände, Wasserfälle und die steilste Straße der Welt mit einer Steigung von 19%! Außerdem trafen wir die Jungs vom Messerkurs wieder. Wir haben beinahe jeden Abend ein Lagerfeuer gemacht und oft gegrillt. An einem Abend haben wir einen der Jungs ne neue Frisur verpasst. :D (siehe Foto)
Das humoristisches Highlight dieses Abschnitts waren die „Niagara Falls“, die sich als etwa 50 cm hohes Geplätscher herausstellten. :-)
Die nächste Attraktion, die schon lange auf unserer Liste stand, waren die Moeraki Boulders. Aus ihrendeinem Grund liegen an einem Strand der Ostküste riesige Steinkugeln herum. Zwar sind es nicht so viele, wie man es aufgrund der Fotos erwartet hätte, aber es ist sehr beeindruckend. Toll ist auch dass es keinerlei Absperrung gibt. Man darf sich sogar drauf setzen. Ich wette, wir waren so ziemlich die letzten, die das durften. Einige der Kugeln sind mittlerweile (hoffentlich durch natürliche Ursachen) zerbrochen, sodass man einen Blick ins Innere werfen kann. Erstaunlicherweise sind sie im Kern hohl! Meine Theorie ist ja, dass sich die Kugeln um irgendeine poröse, möglicherweise organische Struktur herum gebildet haben, die sich dann wieder verflüchtigt hat. Auf jeden Fall ein einzigartiges Naturwunder.
Tja und unser letzter Stop war der Abel Tasman Gletscher und Mount Cook. An den Berg kommt man natürlich nicht ran, schon gar nicht bei Schnee, aber dem Gletscher konnten wir auf langwierigen Wegen doch zu Leibe rücken. Wie alle anderen Gletscher auf der Welt (abgesehen von der Antarktis, wo es stetig kälter wird!) schmilzt auch dieser rapide ab. Dadurch hat sich ein erst 30 Jahre alter See gebildet in dem überall noch Reste des Gletschers in Form von Eisschollen schwimmen. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen einige Brocken mitzunehmen und abends im Van unseren Drink mit Gletschereis aufzupeppen. Ich sag euch, so was Gutes habt ihr noch nie getrunken!!!
Und damit ist mein Neuseeland Bericht eigentlich schon vorbei. Nachdem wir den Van abgegeben hatten, verbrachten wir noch ein paar Tage bei Freunden in Christchurch und dann trennten sich unsere Wege. Kai flog weiter nach Sydney und ich fuhr nach Ashburten, um dort noch etwas zu arbeiten und die Reisekosten wieder reinzuholen. ;-)
Diese Zeit noch genauer zu thematisieren wäre irgendwie kein gutes Ende für den Neuseeland Bericht, deshalb möchte ich an dieser Stelle schließen. Allerdings ist es ja noch nicht ganz zu Ende, denn ihr dürft euch noch auf einen Artikel über Fiji freuen!
Ich hoffe, ich konnte euch auf diesem Weg ein Stück Neuseeland nach Deutschland bringen!
Euer STefan

























































